bochum macht spaß
VfL BOCHUM 1848 VS. SHEFFIELD UNITED FC
Erst im letzten Jahr feierten Bochum an der Ruhr und Sheffield am River Don eine 75 Jahre währende Städtepartnerschaft, die nun, am 1. August 2026, mit dem Testspiel-Duell der beiden Traditionsklubs VfL Bochum 1848 und Sheffield United FC im Rahmen der Saisoneröffnungsfeierlichkeiten an der Castroper Straße einen weiteren Höhepunkt erlebt. Es treffen an dem Tag auch zwei Trainer wieder aufeinander, die sich aus der englischen Liga kennen, in der Uwe Rösler sowohl als Spieler als auch an der Seitenlinie ein zweites Zuhause gefunden hat, während Chris Wilder seit drei Jahren als Coach des Sheffield United FC agiert. Kurz vor dem Match und dem Wiedersehen der beiden Trainer hatte David Wienand für Bochum macht Spaß die Gelegenheit zum gemeinsamen Gespräch.
Herr Wilder und Herr Rösler, freuen Sie sich schon auf das Spiel des VfL Bochum 1848 gegen Sheffield United am Tage der Saisoneröffnung?
U.R.: Das Spiel wird unsere Generalprobe für die Saison. Darauf arbeiten wir hin, um an dem Tag unser bestmögliches Gesicht zu zeigen und mit Schwung in die Saison zu gehen. Testspiele gegen englische Klubs haben immer ihren Reiz und ich freue mich natürlich sehr auf das Duell mit so einem traditionsreichen Verein wie Sheffield. Dazu verbindet beide Städte eine lange Partnerschaft, das ist eine runde Sache.
C.W.: Ja, ich freue mich ebenfalls sehr darauf, denn ich weiß um die Städtepartnerschaft. Beide Städte sind ja echte Arbeiterstädte, und ich habe großen Respekt vor Uwe. Auch die Anhänger beider Clubs sind ähnlich und daher: Ja, ich freue mich auf den Besuch und das Spiel.
Beide Stadien, Sheffields Bramall Lane und das Ruhrstadion, sind recht ähnliche und äußerst traditionelle Fußballarenen mitten in der Stadt. Können Sie, Herr Rösler, sich noch aus Ihren englischen Tagen an das Stadion in Sheffield erinnern, und Sie, Herr Wilder, sind Sie schon ganz gespannt auf das Ruhrstadion?
C.W.: Wir haben mit vielen Fans gesprochen. Die wissen um das besondere Stadion in Bochum und sind schon ganz aufgeregt, weil sie sich auf die Reise nach Bochum freuen. Das gilt auch für mich, denn ich möchte das Ruhrstadion unbedingt kennenlernen. Wir betrachten es als große Ehre, nach Bochum eingeladen worden zu sein.
U.R.: Natürlich kann ich mich an die Bramhall Lane erinnern; England ist so etwas wie meine zweite Heimat. In Sheffield habe ich schon als Spieler gespielt und war auch als Trainer sehr oft vor Ort. Es ist ein traditionsreiches Stadion mit sehr leidenschaftlichen Fans und immer voller Hütte. Sheffield United ist ein sehr attraktiver Verein in England, speziell auch in der Championship
Verfolgen Sie beide die Spiele der englischen und deutschen 2. Liga, in England die sogenannte Championship?
U.R.: Klar, ich bin Fan des englischen Fußballs und verfolge ihn konstant. Viele ehemalige Weggefährten arbeiten dort. Speziell die Championship schaue ich mir gerne an, weil es auch immer ein interessanter Markt an Spielern für mich ist
C.W.: Sowohl bei uns in der Championship als auch in der 2. Bundesliga geht es sehr physisch zu, aber auch auf einem hohen technischen Niveau. Es gibt tatsächlich viele Ähnlichkeiten zwischen den Ligen. Mit der Club-Philosophie des VfL Bochum habe ich mich auch schon beschäftigt und muss auch hier feststellen, dass sie der von Sheffield United sehr ähnlich ist.
Bestimmt haben Sie als Trainer oder Spieler in England gemeinsame Erfahrungen gemacht, oder?
C.W.: Ich habe gegen ihn gespielt, als er Teil von Manchester City war. Sowohl als Spieler als auch als Coach hat Uwe Rösler bei uns sehr erfolgreiche Arbeit geleistet. Besonders dann auch beim Brentford FC. Uwe ist ein sehr leidenschaftlicher Typ und ich habe großen Respekt vor ihm als Spieler, Trainer und überhaupt als Persönlichkeit.
U.R.: Ja, wir haben uns oft duelliert. Auf das Wiedersehen freue ich mich daher persönlich sehr.
Wurde es nicht auch langsam mal Zeit, dass der VfL Bochum 1848 gegen den Verein aus seiner Partnerstadt Sheffield spielt – immerhin besteht die Städtepartnerschaft bereits seit mehr als 75 Jahren!
U.R.: Ich bin noch nicht so lange da, dass ich das bewerten könnte. Aber natürlich ist es eine schöne Geschichte, auch mit dem Familientag als Rahmenprogramm. Ich hoffe, dass auch einige Sheffield-Fans die Reise antreten werden und hier in Bochum eine schöne Zeit haben. Für mich wird das Spiel aber vor allem eine wichtige Standortbestimmung gegen einen Top-Gegner kurz vor Saisonstart sein.
C.W.: Weil ich ja auch aus Sheffield stamme, kenne ich natürlich die Partnerschaft. Ich bin auch schon mal in Bochum gewesen und dort ein bisschen mit dem Auto herumgefahren. Daher, ja, die Gelegenheit zu einem Fußball-Duell ist eine gute Idee, beide Städte noch intensiver miteinander zu verbinden.
Wenn es die Möglichkeit gäbe, was von Bochum würden Sie ihrem Kollegen Chris Wilder zeigen, falls Zeit für ein bisschen Sightseeing wäre?
U.R.: Beide Mannschaften werden sich zu dem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt der Vorbereitung befinden, die Championship beginnt eine Woche nach der 2. Bundesliga. Daher werden sie sich nach dem Spiel vermutlich sehr schnell in den Flieger setzen, um in ihren Abläufen zu bleiben. Da wird also nicht viel Zeit bleiben für eine Stadttour, aber für ein Glas Wein oder ein Kaltgetränk nach dem Spiel bei mir im Büro auf jeden Fall.
C.W.: Also, wenn es nach mir geht, dann trinke ich gerne ein oder zwei Bier mit Uwe. Es gibt ja die alten Verbindungen und daher bestimmt viel zu erzählen. Ich hoffe aber auch, dass uns viele Fans aus Sheffield nach Bochum begleiten, die bestimmt die Stadt erkunden werden. Es wäre übrigens eine schöne Idee, wenn wir daraus eine jährlich wiederkehrende Veranstaltung machen könnten. Aber erst einmal ist der VfL ganz herzlich zu einem Spiel in Sheffield eingeladen.