bochum macht spaß
Fotos: Rudolph und Getty Images
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Interview: Jürgen Stahl

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CLAUDE-OLIVER RUDOLPH | EINMAL JAMES BOND UND ZURÜCK

Er gilt als bekanntester Bösewicht Deutschlands – selbstverständlich nur auf der Leinwand und im Fernsehen: Claude-Oliver Rudolph hat sein Image als Bad Boy perfektioniert. In TV-Krimis wie „Tatort“, „Derrick“ oder „Der Alte“ spielte er ebenso überzeugend die Schurken und Verbrecher wie in den legendären Dieter-Wedel-Mehrteilern „Der König von St. Pauli“ und „Der Schattenmann“. Unvergessen sind seine größten Erfolge im Kino: 1981 in „Das Boot“ und 1999 im James-Bond-Blockbuster „Die Welt ist nicht genug“ mit Pierce Brosnan. Bevor er im November seinen 70. Geburtstag feiert, ist Claude-Oliver Rudolph in Bochum zu sehen, wo er einst im Schauspielhaus unter der Regie von Peter Zadek auf der Bühne stand. Das Planetarium zeigt noch bis August die Klangwelt-Produktion „20.000 Meilen unter dem Meer“. Am 13. September ist der TV- und Kinostar zu Gast beim Bermuda-Talk, der mit einem neuen Konzept in die Rotunde wechselt. Zuvor konnte „Bochum macht Spaß“-Autor Jürgen Stahl ein Interview mit Claude-Oliver Rudolph führen.

Auf der Kuppel des Bochumer Planetariums sind Sie aktuell mit der Show „20.000 Meilen unter dem Meer“ zu sehen. Wie kam es zu der Produktion – und was erwartet die Besucher?
Es ist eine Full-Dome-Show, die sich entwickelt hat aus unserem Fantasy-Musical „20.000 Meilen unter dem Meer“ in großer Besetzung und mit Live-Musik der Elektronikband U 96. In Bochum sind nie zuvor gesehene Fantasywelten des niederländischen Digital- und Visualartisten Julius Horsthuis zu erleben, der große Fraktalwelten für internationale Videospiele kreiert. Und natürlich ich als böser Kapitän Nemo!

Welche Beziehungen und Kontakte haben Sie noch zu Bochum? Haben Freundschaften aus alten Schauspielhauszeiten überlebt?
Meine Familie väterlicherseits wohnt in Bochum, mein Vater ist mit 96 gestorben, aber mein Cousin und Familie sind noch vor Ort. Anthony Arndt ist ein alter Haudegen aus „Spektrum“-Zeiten, und im Schauspielhaus habe ich mehrmals gastiert. Ralle Richter wohnt allerdings heute in Köln.

Wie es heißt, waren Sie in den 70er-Jahren einer der Mitgründer des legendären Bochumer Stadtmagazins Marabo. Ist da etwas dran?
Korrekt, ich hab damals schon das Feuilleton, Poesie und Lee Strasbergs Seminar betreut. Später hatte ich mit zwei Künstlerkollegen die Uni-Zeitung „Juboxy Total“. Und noch viel später war ich tatsächlich Feuilleton-Chef beim Russischen TV.

Zu Ihren berühmtesten Rollen zählte 1999 die Figur von Colonel Akakievich in dem Bond-Film „Die Welt ist nicht genug“. Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal bei 007 mitzuspielen – oder gar James Bond himself?
Machen die nicht bei „Bond“. Außerdem bin ich ja erschossen worden!

Wie gehen Sie generell mit Ihrem Bösewicht-Image um? Ist man auf solch eine polarisierende Außenbetrachtung stolz oder versucht man, sie in der Öffentlichkeit zu korrigieren
Ich bin stolz darauf. COR (gemeint ist Claude-Oliver Rudolph) – bester Bösewicht der Welt und „Europe´s baddest baddie“!

Nicht wenige Zeitgenossen sind erstaunt, dass Sie die Reality-Welt für sich entdeckt haben und zuletzt bei „Promis unter Palmen“ mitwirkten. Wie gestaltete sich die Zeit mit Sternchen wie Gina-Lisa Lohfink oder Menderes? Und ist es denkbar, dass man Sie auch irgendwann im Dschungelcamp sieht?
Wenn man genau hinguckt bei meiner Bio: Ich habe seit Jahrzehnten immer wieder E & U zusammengebracht: Ochsenrennen-Sieger, Jakobsweg-Bezwinger, Promi-Boxen, Fear Factor Champion, Poker-Champion Miami etc. Alles getreu dem ollen Brecht: „Wo kein Arsch, da kein Kopf.“ Und Heiner Müller hat mir beigebracht: „Arsch und Kopf gehören zusammen!“ Seit mehr als 20 Jahren ist der „Dschungel“ hinter mir her. Aber der Preis stimmt halt noch nicht. Warten wir mal ab. Es gibt einen schönen Steve-McQueen-Film: „Jeder Kopf hat seinen Preis.“ Und zur E-Sparte: Im Herbst kommt mein neuer Roman raus: „Nakam – oder der 91. Tag“, eine Holocaust-Geschichte, aber mit zwei Helden, die tatsächlich überleben!

Im November werden Sie 70. Wie erleben Sie das Älterwerden? Wird der „ewige Rebell“ mit den Jahren gelassener, gar altersmilde?
Hahaha, ist wohl`n Witz ! Ich merk gar nix, trainiere jeden Tag Martial Arts und hab noch nicht einmal eine Plombe. Meine Oma ist 94 geworden, mein Vater 96 und mein Onkel Heinz wird dieses Jahr 100. Noch Fragen?

Die Show „20.000 Meilen unter dem Meer“ ist am 1. Juli und 16. August im Planetarium zu sehen. Infos und Karten auf planetarium-bochum.de. Informationen zum neu gestalteten Bermuda-Talk mit Claude-Oliver Rudolph am 13. September in der Rotunde werden zeitnah auf den bekannten Kanälen veröffentlicht.

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